Alice Schwarzer als Wachsfigur | Madame Tussauds Berlin

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Alice Schwarzer


Alice Schwarzer, geboren am 3. Dezember 1942 in Wuppertal-Elberfeld, ist eine der bekanntesten Vertreterinnen der neuen deutschen Frauenbewegung. Sie ist Gründerin und Herausgeberin der Frauenzeitschrift "Emma".

1971 erregte Schwarzer erstmals Aufsehen mit ihrer Aktion Frauen gegen den § 218, insbesondere dem öffentlichen Bekenntnis von 374 Frauen „Wir haben abgetrieben!“, mit dem der Stern am 6. Juni 1971 aufmachte; im Herbst desselben Jahres folgte mit "Frauen gegen den § 218" ihr erstes Buch. Sie vertritt den sogenannten Gleichheitsfeminismus, der unter anderem auch von Simone de Beauvoir vertreten wurde. In ihrem Buch "Der kleine Unterschied und seine großen Folgen" dient ihr der Psychologe John Money als Musterbeispiel für den aufklärenden Auftrag der Forschung, wobei eine operative Umwandlung des Jungen Bruce Reimer in ein Mädchen die Gender-Thesen belegen sollte.

Zu Alice Schwarzers Bekanntheit trug auch ein Fernsehduell mit Esther Vilar bei, das der WDR 1975 zwar nur im Nachmittagsprogramm ausstrahlte, was jedoch in den maßgebenden Printmedien ausführlich dargestellt wurde. Vilar hatte in ihrem Buch "Der dressierte Mann" mit der These provoziert, dass nicht die Frau durch den Mann unterdrückt werde, sondern umgekehrt der Mann durch die Frau. In dem unmoderierten Streitgespräch kam es zwischen den herausragenden Vertreterinnen des Feminismus und des Anti-Feminismus zu teils bizarren Wortwechseln und zwischen ihren Anhängern zu einer öffentlichen Geschlechter-Debatte. Schwarzer erklärte darin unter anderem, Vilar sei zynisch, gemein, eine Verräterin am eigenen Geschlecht und „nicht nur Sexistin, sondern Faschistin".

Im Januar 1977 erschien die erste Ausgabe der von ihr gegründeten Zeitschrift "Emma". 1978 klagte Alice Schwarzer gegen den Stern wegen, aus ihrer Sicht, sexistischer Frauendarstellungen; die sogenannte „Sexismus-Klage“ wurde abgewiesen. 1987 initiierte Alice Schwarzer die PorNO-Kampagne. 1990 rief sie den Emma-Journalistinnen-Preis zur Förderung von Journalistinnen ins Leben, die sich mit feministischen Themen befassen.

Seit 1993 schreibt Schwarzer wieder vermehrt Bücher, darunter Biografien von Petra Kelly und Gert Bastian oder über das Leben von Marion Dönhoff. Bis heute veröffentlichte sie insgesamt 21 Bücher als Autorin und 16 als Herausgeberin.

Gemäß dem „Frauen-Ranking 2008“ des Magazins Cicero ist Alice Schwarzer hinter der Literaturkritikerin Elke Heidenreich und vor der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek die „einflussreichste deutsche Intellektuelle“.


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